PM: „Merseburg stellt sich quer. Gegen Nazis!“

Bündnis ruft zum friedlichen, kreativen und wirksamen Protest auf

2015-06-Image_BannerAm 20. Juni 2015 wollen Neonazis erneut durch Merseburg marschieren. Zwei Demonstrationszüge sind durch rechte Kader angemeldet. Ein breites, zivilgesellschaftliches Bündnis ruft mit vielfältigen Aktivitäten, einem Kulturprogramm und mehreren Kundgebungen hiergegen zum Protest auf.

Wie schon im Vorjahr, wird es im Stadtgebiet keine im Voraus geplanten Demonstrationszüge des Merseburger Bündnis gegen Rechts geben. Stattdessen finden an zentralen Stellen der Stadt, Konzerte, Kundgebungen, Friedensgebete, Kunstaktionen, Ausstellungen und andere Versammlungen statt.

Barbara Kaaden, Bürgermeisterin und Mitglied im Koordinierungskreis des Merseburger Bündnis gegen Rechts: „Unser Ziel am 20. Juni ist, den Nazis keinen Raum zu geben. Wir stellen uns auf vielfältigste Weise quer und besetzen mit unseren friedlichen Aktionen zentrale Plätze und Straßen im Umfeld der geplanten Neonazidemo. Wir rufen dazu auf, am Samstag an den verschiedenen Kundgebungen, Mahnwachen und Aktionen teilzunehmen.“

Dietrich Altmann, Mitglied im Koordinierungskreis: „Es ist für uns schlicht unerträglich, wenn Neonazis das Erbe derjenigen für sich reklamieren, die am 17. Juni 1953 für Demokratie und Menschenrechte auf die Straße gegangen sind. Nazis stehen für Diktatur, Terror und die Abschaffung aller demokratischen Freiheiten. Ihre geschichtsklitternden Demonstrationen verlangen deshalb unseren entschiedenen Widerspruch.“

Sebastian Striegel, Landtagsabgeordneter und Mitglied im Koordinierungskreis: „Merseburg und der Saalekreis haben ein Problem mit rechter und rassistischer Gewalt. Nach Angaben der Mobilen Opferberatung hat es im Jahr 2014 20 rechte Angriffe im Saalekreis gegeben, mehr als doppelt so viele wie 2013. Der überwiegende Teil davon rassistisch motiviert. Angriffe finden vor allem dort statt, wo Neonazis selbstbewusst in der Öffentlichkeit auftreten können, ohne Widerspruch zu erfahren. Das Merseburger Bündnis zeigt Flagge gegen rechte Gewalt, indem es Neonazis den öffentlichen Raum streitig macht.“

Jan Skrypzkowski, Mitglied im Koordinierungskreis: „In Merseburg wollen wir am Samstag ein friedliches und entschiedenes Zeichen setzen. Wir rufen die Merseburgerinnen und Merseburger und alle Menschen aus der Umgebung auf, sich an den Protesten zu beteiligen, die Straßen und Plätze zu besetzen und sich quer zu stellen. Wo Menschen auf der Straße stehen, sitzen, tanzen, können Nazis nicht marschieren. Als Merseburger Bündnis gegen Rechts haben wir Anlauf- und Protestorte für den friedlichen Widerstand gegen Nazis geschaffen. Wir werden Nazis in Merseburg keinen Raum geben und wollen die Naziaufmärsche hier ein für alle Mal beenden! Die Erfahrung zeigt: Wo Nazis auf Widerstand, zivilen Ungehorsam und friedliche Blockaden treffen, kann es gelingen, ihnen den Raum für und die Lust an Aufmärschen zu nehmen.“

Die Aktivitäten des Merseburger Bündnis gegen Rechts im Einzelnen:

Am 20. Juni finden im Stadtgebiet von Merseburg mehrere Versammlungen statt. Alle Veranstaltungen beginnen ab 11:00 Uhr. Die Polizei ist angehalten, allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern stets ungehinderten Zugang zu den angemeldeten Versammlungen zu gewähren. Bitte nutzen Sie zur Information auch die in der Anlage befindliche Überblickskarte.

1) Bahnhofsplatz
a) Hauptbühne „Merseburg stellt sich quer“ in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung und der Stadt Merseburg – Konzert mit Boykott, Tanz- und Sportdarbietungen, Reden. Offizielle Eröffnung der Hauptbühne u.a. durch VertreterInnen des Merseburger Bündnis gegen Rechts, Oberbürgermeister Jens Bühligen u.a. ab 11:00 Uhr.
b) „Fußball kennt keinen Rassismus“ – Torwandschießen mit dem Kreissportbund Saalekreis
c) Protestbeutel gestalten- STELL DICH QUER! KOMM VORBEI! MACH DICH STARK! SEI EIN KREATIVER PROTESTLER! SAG DEINE MEINUNG!

2) Domstraße 6
a) ökumenisches Friedensgebet der Merseburger Kirchgemeinden
b) Café internationale- gemeinsames Friedensmahl mit Geflüchteten und
c) Friedensqigong- Friedensmeditation mit Lif

3) Marktplatz
a) 100 Bilder für Demokratie, Ausstellung der Geschichtswerkstatt Merseburg
b) Familienfest der SPD

4) Rudolf-Breitscheid-Platz (Kreisel)
„Nazis wegbassen“ – Musikalische Kundgebung der Initiative Alternatives Merseburg

5) Teichapotheke/Teichstraße
„Wer von rechts kommt, hat hier keine Vorfahrt“ – Kinderfest des Kreisverbands „Die LINKE“

6) K.-Heinrich-Str. (Höhe Stadtbibliothek)
Halle blockt- auch in Merseburg – Halle gegen Rechts zu Gast in Merseburg

Mobilisierungsvideo: „Das Problem heißt Rassismus“

Aktuelle Informationen am Veranstaltungstag via Twitter unter: http://www.twitter.com/MERquergestellt bzw. dem Hashtag #MERquer

Allgemeine Informationen, Aufruf etc. unter: http://www.merseburg-gegen-rechts.de

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