Bündnis ruft zum friedlichen, kreativen und wirksamen Protest auf

Pressemitteilung, 18. Juni 2014: „Merseburg stellt sich quer. Gegen Nazis!“

2014-06-21_OnlinebannerAm 21. Juni 2014 wollen Neonazis erneut durch Merseburg marschieren. Ein breites, zivilgesellschaftliches Bündnis ruft mit vielfältigen Aktivitäten, einem Kulturprogramm und einer großen Zahl von Kundgebungen zum Protest auf.

Anders als in den Jahren zuvor, wird es im Stadtgebiet von Merseburg keine angemeldete Gegendemonstration geben. Stattdessen finden an zentralen Stellen der Stadt, Konzerte, Mahnwachen, Kundgebungen, Friedensgebete, Kunstaktionen, Ausstellungen und andere Versammlungen statt.

Barbara Kaaden, Bürgermeisterin und Mitglied im Koordinierungskreis des Merseburger Bündnis gegen Rechts: „Unser Ziel am 21. Juni ist, den Nazis keinen Raum zu geben. Wir stellen uns auf vielfältigste Weise quer und besetzen mit unseren Aktionen zentrale Plätze und Straßen im Umfeld der geplanten Neonazidemo. Wir rufen dazu auf, am Samstag an den verschiedenen Kundgebungen, Mahnwachen und Aktionen teilzunehmen.“

Dietrich Altmann, Mitglied im Koordinierungskreis: „Es ist für uns schlicht unerträglich, wenn Neonazis das Erbe derjenigen für sich reklamieren, die am 17. Juni 1953 für Demokratie und Menschenrechte auf die Straße gegangen sind. Nazis stehen für Diktatur, Terror und die Abschaffung aller demokratischen Freiheiten. Ihre geschichtsklitternde Demonstration trifft deshalb auf unseren entschiedenen Widerstand.“

Hannelore Kraya, Ortsbürgermeisterin und Mitglied im Koordinierungskreis: „Merseburg und der Saalekreis haben ein Problem mit rechter, mit rassistischer Gewalt. Mindestens acht mal haben Neonazis in den vergangenen sechs Monaten allein in Merseburg Menschen aus rassistischen oder anderen menschenverachtenden Gründen angegriffen. Unser Protest am 21. Juni 2014 ist deshalb auch ein klares Stoppzeichen gegen solche Gewalttaten. Wir können nicht akzeptieren, dass diejenigen, die rassistische Gewalttaten verüben und gegen jeden gewalttätig werden, der nicht in ihr Weltbild passt, durch Merseburg marschieren.“

Sebastian Striegel, Landtagsabgeordneter und Mitglied im Koordinierungskreis: „In Merseburg wollen wir am Samstag ein friedliches und entschiedenes Zeichen setzen. Wir rufen die Merseburgerinnen und Merseburger und alle Menschen aus dem Umgebung auf, sich an den Protesten zu beteiligen, die Straßen und Plätze zu besetzen und sich quer zu stellen. Wo Menschen auf der Straße stehen, sitzen, tanzen, können Nazis nicht marschieren. Als Merseburger Bündnis gegen Rechts haben wir Anlauf- und Protestorte für den friedlichen Widerstand gegen Nazis geschaffen. Wir werden Nazis in Merseburg keinen Raum geben und wollen die Naziaufmärsche hier ein für alle Mal beenden! Die Erfahrung zeigt: Wo Nazis auf Widerstand, zivilen Ungehorsam und friedliche Blockaden treffen, kann es gelingen, ihnen den Raum für und die Lust an Aufmärschen zu nehmen.“

Die Aktivitäten des Merseburger Bündnis gegen Rechts im Einzelnen:

Am 21. Juni wird im Stadtgebiet von Merseburg eine Vielzahl von Versammlungen stattfinden. Diese befinden sich östlich und westlich der Bahnlinie. Alle Veranstaltungen beginnen ab 11:00 Uhr. Die Polizei ist angehalten, allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern stets ungehinderten Zugang zu den angemeldeten Versammlungen zu gewähren. Bitte nutzen Sie zur Information auch die in der Anlage befindliche Überblickskarte.

1) Bahnhofsvorplatz

a) Hauptbühne „Merseburg stellt sich quer“ in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung und der Stadt Merseburg – Konzert mit Der Reimteufel, Jöey Clash und einem Gospelchor, Tanz- und Sportdarbietungen, Reden. Offizielle Eröffnung der Hauptbühne u.a. durch VertreterInnen des Bündnis gegen Rechts Merseburg, Oberbürgermeister Jens Bühligen, Bundestagsabgeordnete Petra Sitte u.a. ab 11:00 Uhr.
b) Streetsoccer-Turnier für Toleranz, angeboten vom Kreissportbund Saalekreis
c) Holi-Farbenfest für Toleranz (TeilnehmerInnen werden gebeten, helle Kleidung mitzubringen, mehr Informationen unter: www.facebook.com

2) König-Heinrich-Straße, Abzweig Poststraße: Kundgebung „Solidarisch gegen Neonazis und Rassismus“ der IG Metall

3) König-Heinrich-Straße, Abzweig Bahnhofstraße: Kundgebung „Nazis Wegbassen“ der Initiative Alternatives Merseburg

4) König-Heinrich-Straße, Kreisverkehr: „Nazis Wegkegeln“, Information und Spiele gegen Rechts mit dem SPD-Ortsverein Merseburg sowie zirkuspädagogische Angebote von Studierenden der Hochschule Merseburg

5) Weißenfelser Straße, Fußweg/Grünanlage südlich des Geiselauslaufs: Friedensgebet und Friedensmahl der Merseburger Kirchgemeinden

6) Kreuzung Geusaer-Straße/Klobikauer Straße/Eisenbahnstraße: Kundgebung „Wer von rechts kommt, hat hier keine Vorfahrt“ des Kreisverbands DIE LINKE mit Bastelstraße und Pflastermalaktion

7) Kreuzung Eisenbahnstraße/Lauchstädter-Straße/Rosa-Luxemburg-Straße: Kundgebung und Ausstellung des Mehrgenerationenhauses Merseburg „100 Bilder für Toleranz“

8) König-Heinrich-Straße, Höhe Stadtbibliothek/PitStop, Westseite: Kundgebung „Zivilcourage gegen Rechtsextremismus“ des Stadtverbands DIE LINKE

9) König-Heinrich-Straße, Höhe Stadtbibliothek/PitStop, Ostseite: Kundgebung „(H)Alle gegen Rechts. Auch in Merseburg.“ des Bündnis Halle gegen Rechts

Weitergehende Informationen:

– Mobilisierungsvideo: „Das Problem heißt Rassismus“ (Link)
– Ein kurzer Film berichtet über die Merseburger Neonaziszene und die Proteste am 21. Juni (Link)
– Aktuelle Informationen am Veranstaltungstag via Twitter unter www.twitter.com/MERquergestellt bzw. dem Hashtag #MERquer
– Allgemeine Informationen, Aufruf etc. unter www.merseburg-gegen-rechts.de

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