Flüchtlinge bleiben! Rassismus aus den Köpfen treiben!

Nach gehäuften Aktivitäten mit offensichtlich rechter und neonazistischer Motivation rufen die Initiative Alternatives Merseburg und weitere UnterstützerInnen für Samstag, 01. März 2014, zu einer Demonstration unter dem Motto: „Flüchtlinge bleiben! Rassismus aus den Köpfen treiben!“ in Merseburg auf.

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Aufruf:

Merseburg, Dom- und Hochschulstandort, Kreisstadt des Saalekreises und wiederholt Schauplatz rassistischer Übergriffe und Anfeindungen.

In den vergangenen Monaten und Wochen gab es hier immer wieder öffentlich wahrnehmbare Aktivitäten von Neonazis. Graffitischmierereien, Aufkleber und Plakate; Provokationen bei Veranstaltungen; Hetze gegen Flüchtlinge im Internet; und zuletzt innerhalb weniger Tage mindestens zwei Angriffe auf Flüchtlinge. Am Donnerstag, dem 20. Februar 2014 wurde ein 23 Jahre alter Somalier am Bahnhof Merseburg beleidigt und mit dem Kopf brutal gegen die Wand geschlagen. Nur durch couragiertes Eingreifen eines Zeugen konnte Schlimmeres verhindert werden, der Betroffene musste im Krankenhaus ambulant behandelt werden. Am Montag, dem 24. Februar kam es erneut zu einem Angriff, ein 41-jähriger Algerier wurde in der Bahnunterführung zur Lauchstädter Straße zusammengeschlagen und beraubt.

Geflüchtete und MigrantInnen sehen sich in Merseburg nicht nur rechter Gewalt, sondern auch Alltagsrassismus in Form von Beleidigungen und Anfeindungen ausgesetzt. Hinzu kommt eine in Teilen rassistische und diskriminierende Gesetzkundgebung. Aufenthaltsbeschränkungen, zentrale Unterbringung (im Saalekreis in Lager Krumpa), Racial Profiling. Und immer wieder die drohende Abschiebung vor Augen, weil nur wenige Asylsuchende eine Anerkennung erhalten.

Neonazis und andere kleingeistige Rassisten verbreiten in Merseburg und anderswo Angst und Gewalt gegen Menschen, die nicht ins Weltbild einer homogenen Volksgemeinschaft passen. Mangels öffentlicher Solidarisierung mit den Betroffenen und wahrnehmbarer Ächtung der Angriffe fühlen sich die Täter zu häufig in ihrem Handeln bestätigt. Darüber hinaus wird das Bild einer Nicht-Willkommens-Kultur gefestigt, die Flüchtlinge als „nicht zur Integration vorgesehen“ abstempelt und gesellschaftliche Teilhabe verunmöglicht.

Deshalb gehen wir am 1. März 2014 auf die Straße.
Genug ist Genug. Wir wollen Nazis und Rassisten in Merseburg entgegentreten und ihnen den öffentlichen Raum streitig machen.

Treffpunkt: 11.00 Uhr Bahnhof Merseburg

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