Aufruf 2011

(D)eine Stunde für Demokratie!
Gegen den Aufmarsch von Neonazis am 18. Juni in Merseburg

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Am 18. Juni 2011 wollen Neonazis bereits zum zweiten Mal binnen eines Jahres in Merseburg auf die Straße gehen. Unter dem Motto: “Damals wie heute: Arbeiter im Kampf um die Freiheit!” planen sie einen Aufmarsch, der die Erinnerung an den Aufstand des 17. Juni 1953 missbraucht.

An diesem Tag setzten sich auch in der Region Merseburg Tausende Menschen gegen Diktatur und staatliche Willkür zur Wehr. Sie protestierten mit Demonstrationszügen, u.a. aus den Leuna- und Bunawerken kommend, gegen Normerhöhungen und gegen staatliche Bevormundung. Einige bezahlten ihr Engagement gegen die DDR-Diktatur mit dem Leben. Viele mussten nach der Niederschlagung des Aufstands fliehen, andere mussten Repressionen erdulden.

Nur vorgeblich geht es den Neonazis am 18. Juni 2011 um die „Freiheit“. Als Feinde von Demokratie und Menschenrechten wollen sie stattdessen wie im vergangenen Jahr das Wochenende des Merseburger Schlossfestes nutzen, um ihre rassistischen, antisemitischen und allgemein menschenfeindlichen Parolen offensiv und mit großem Publikum auf die Merseburger Straßen zu tragen. Das wollen und werden wir nicht zulassen.

Unsere Sorge ist dabei nicht nur, dass Neonazis sich ausgerechnet das imageträchtige Wochenende des Merseburger Schlossfestes für ihre menschenfeindlichen Aktivitäten aussuchen. Merseburg hat auch an allen anderen Tagen des Jahres ein Problem mit Neonazis. Zur Landtagswahl wählten über 600 Menschen (4,6 Prozent) in der Stadt die verfassungsfeindliche NPD. Viele Gebäude sind mit neonazistischen Parolen beschmiert. Offenbar rechte Täter schändeten inzwischen zum vierten Mal die Gedenkstele für die ermordeten Sinti und Roma auf dem Merseburger Neumarkt. Zudem kommt es immer wieder zu Angriffen von Neonazis auf nicht-rechte Jugendliche sowie auf Migrantinnen und Migranten.

Widerstand gegen Neonazis in Merseburg muss noch sichtbarer und wirksamer werden. Wir wollen in unserer Stadt den Nazis aktiv etwas entgegensetzen. Beispiele aus der Region zeigen: Wo Neonazis ungehindert demonstrieren können, kommen sie wieder. Wo ihnen aber Widerstand entgegengesetzt wird, werden Aufmärsche für sie unattraktiver.

Unser breites Bündnis will den Naziaufmarsch nicht einfach hinnehmen. Wir rufen deshalb zum friedlichen und gewaltfreien Protest gegen die Neonazis auf. Wir werden die Aktivitäten der rechten Szene aus NPD und „Freien Kräften“ in Merseburg konsequent behindern. Mit unseren Aktivitäten wollen wir den Neonazis die Lust an Aufmärschen in Merseburg nehmen. Wir setzen dabei auf unterschiedlichste, aber immer friedliche Aktionsformen. Dieses Ziel eint uns über alle sozialen, politischen oder kulturellen Unterschiede hinweg.

Wir laden alle Bürgerinnen und Bürger sowie die vielen Gäste des Schlossfests ein, am 18. Juni 2011 eine Stunde für Demokratie zu geben. Ob jung, ob alt, kommen Sie am 18. Juni vor Ihrem Besuch des Merseburger Schlossfests zu den Kundgebungen und Aktionen gegen Neonazis. Beteiligen Sie sich am gewaltfreien Protest und helfen Sie mit, dass Neonazis in Merseburg nicht ungehindert marschieren können!

Aufruf (D)Eine Stunde für Demokratie (als PDF)

Звоните в Россию – Aufruf auf russisch

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UnterzeichnerInnen:

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1.    Initiative Alternatives Merseburg
2.    Barbara Kaaden
3.    Koordinierungsstelle Lokaler Aktionsplan für Demokratie und Toleranz Saalekreis
4.    DGB Region Halle-Dessau
5.    Edda Schaaf
6.    Ute Larsen
7.    Marcus Turré
8.    Marlies Schmädeke
9.    Michael Finger
10.    Michael George
11.    Kerstin Eichhorn
12.    Verena Späthe MdL
13.    Jürgen Butzkies, Sprecher DIE LINKE.Saalekreis
14.    Dr. Steffen Eichner, SPD Kreisverband Saalekreis und Stadtrat
15.    Uwe Reckmann, Stadtratsvorsitzender
16.    Curt Stauss, Pfarrer
17.    Sebastian Striegel MdL (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
18.    Christine Müller
19.    Peter Wetzel, Arbeit und Leben Sachsen-Anhalt
20.    Tatjana Lorenz, Initiativ-Verein für Integration und Zusammenleben e.V.
21.    Jens Bühligen
22.    Anna Beatrice Brommund, Gleichstellungs- und Seniorenbeauftragte Saalekreis
23.    Oliver Stanislowski
24.    Johannes Benke
25.    Patrick Reiner
26.    André Schnittka
27.    Theresa Langholz
28.    Alexa Drenker
29.    Robert Levai
30.    Ines Dankert
31.    Johannes Krause, Regionsvorsitzender DGB Region Halle-Dessau
32.    BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Kreisverband Saalekreis
33.    Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage
34.    Dr. Martin Eberle, Pfarrer
35.    SDJ – die Falken Halle
36.    Annette Schmidt
37.    Christlich Demokratische Union Deutschlands Kreisverband Saalekreis
38.    Dirk Mälzer
39.    Christian Böhme, SPD-Ortsverein Merseburg
40.    Roland Striegel, Stadtrat (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
41.    Yvonne Kresse, IG BCE Halle-Magdeburg
42.    Angelika Hunger MdL (DIE LINKE)
43.    Prof. Dr. Alfred Georg Frei, Hochschule Merseburg.
44.    Dr. Jutta Walther
45.    Sabine Krems
46.    Petra Ernst
47.    Jeanette Schmidt
48.    Detlef Walloch
49.    Silke Bachmann
50.    Karin Böhme
51.    Marion Galander
52.    Thilo Koch
53.    Matthias Bernstein
54.    Daniel Stahnke
55.    Gerd Seiffert
56.    Karl-Heinz Post
57.    Hans-Joachim Koziel
58.    Frank Brakopp
59.    Karin Schültke
60.    Wolfgang Janka
61.    Hans-Hubert Werner
62.    Frank Hyß
63.    Gisa-Christel Bradler
64.    Matthias Kreisel
65.    Wolfgang Busse
66.    Dr. Werner Rackow
67.    Dr. Lutz Kuhne
68.    SPI Soziale Stadt und Land Entwicklungsgesellschaft mbH
69.    Michael Scherschel
70.    Luisa Pietruska
71.    Lisa Richter
72.    Jens Letzel
73.    Hermann Hetzer
74.    Rebecca Jost
75.    Jonathan Rumpold, CDU-Stadtverband Merseburg
76.    GEW – Landesausschuss der Studentinnen und Studenten Sachsen-Anhalt
77.    GEW – Studierendengruppe Halle-Merseburg
78.    Bianka Mopita, Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt e.V.
79.    Till Mälzer
80.    Dorothea Striegel
81.    Sören Herbst MdL (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
82.    Ronny Block
83.    Sylvia Cornelius
84.    Peter Cornelius
85.    Helga Langer
86.    Bianca Carmona Garcia
87.    Astrid Altmann
88.    Sandra Heiß, Mitglied des Kreistages Saalekreis
89.    Konrad Pippel
90.    Timo Groß, Verein für Demokratiegeschichte Sachsen-Anhalt e.V.
91.    Ulrike Günther-Schmalz
92.    Cornelia Lüddemann MdL (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
93.    FDP Kreisverband Saalekreis
94.    Matthias Rauch, Kreisvorsitzender der Jungen Liberalen Saalekreis
95.    Sebastian Lüdecke, Landesvorsitzender BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt
96.    Dietrich Altmann, Fraktionsvorsitzender DIE LINKE im  Stadtrat Braunsbedra
97.    Dr. Halina Anton
98.    Andreas Rattunde, Mitglied des Kreistages für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
99.    Patrick Wanzek, MdL (SPD)
100.  IG Metall Halle
101.   Frank Bannert, Landrat des Saalekreises, CDU Kreisverband Saalekreis
102.  Jusos Halle
103.  Werner Anton
104.  Christiene Grube
105.  Uwe Schmitter
106.  Bärbel Schröder
107.  Folkmar Bothe, Stadt Merseburg
108.  Jan Bartelheimer
109.  Anna Leena Lutz
110.  Philipp Lühr
111.   Ilse Junkermann, Landesbischöfin Evangelische Kirche in Mitteldeutschland
112.  Hans Hunger, Bündnis Gegen Rechtsextremismus Dessau-Roßlau
113.  Rektorat Hochschule Merseburg
114.  Hubertus Steinki
115.  Wolfgang Schuth, Geschäftsführer des AWO Landesverbandes Sachsen-Anhalt
116.  Petra Grimm-Benne, Landesvorsitzende des AWO Landesverbandes Sachsen-Anhalt
117.  Norbert Töpfer
118.  Christiane Kellner, Superintendentin
119.  Wolfram Selz
120.  Heidrun Trellenberg
121.  Horst Trellenberg
122.  Elke Dietze
123.  Dr. Mario Dietze
124.  SDS.Die Linke- Links-Alternative Hochschulgruppe MLU
125.  Annegret Beck, Gemeindereferentin
126.  Heide Jacob
127.  Prof.Dr. Klaus Jacob
128.  ver.di Jugend Sachsen-Anhalt
129.  Martina Hartmann
130.  Marco Steckel, Opferberatungsstelle Dessau
131.  Uta Leichsenring, Bündnis für Demokratie und Toleranz
132.  Marietta Gerlach
133.  kfd-Frauengruppe der St.Norbert-Gemeinde Merseburg
134.  Friedenskreis Halle e.V.
135.  Beatrix Prenz-Grünhage
136.  Elke Plack
137.  Schmidt, Gudrun
138.  Burghardt, Marine
139.  Burghardt, Günter
140.  E. Susek
141.  C. Seidel
142.  H. Fröhlinger
143.  Beate Kellner
144.  R. Schmeißer
145.  W. Seidel
146.  Rimane, Birgit
147.  Dana Michaelis
148.  Christa Schneider
149.  Dr. Karin Heise
150.  Gabi Filz
151.  Michael Filz
152.  Maxi Stolze
153.  Torsten Wittusch
154.  Dr. Peter Ramm
155.  Roswitha Ramm
156.  Jörg Neumann
157.  Karin Holzapfel
158.  Elke Eglinski
159.  Dr. Martin Jahnich
160.  Linksjugend [’solid] Sachsen-Anhalt
161.  Linksjugend [’solid] Magdeburg
162.  Robert Fietzke, Jugendkoordinator DIE LINKE Sachsen-Anhalt
163.  Dr. Volker Stein
164.  Ekkehard Lörzer
165.  Silvio Lämmerhirt
166.  Annelie Thiele
167.  Simone Stavrakidis
168.  Hartmut Richter, Pfarrer
169.  Marita Kranz, Stadtjugendpflegerin
170.  Oliver Gebhardt, Pfarrer
171.  SPD-Ortsverein Merseburg
172.  Jusos Saalekreis
173.  Barbara Schneider
174.  Julianna Szekeres
175.  Bündnis 90/ Die Grünen Sachsen-Anhalt
176.  Prof. Dr. Michel Cullin
177.  Teresa Karnatz, Ausländerbeauftragte Stadt Dessau-Roßlau
178.  Andreas Löhne
179.  Heike Schulze
180.  Thomas Groß, stellv. Superintendent
181.  Kurt Neumann
182.  Monika Groß
183.  Manfred Rath
184.  Dirk Skrzypczak, Journalist
185.  Robert Krahl

Stand 17. Juni 2011

Menschen und Institutionen, die diesen Aufruf ebenfalls unterstützen wollen, schicken bitte eine E-Mail an buero.mueller@kirchenkreis-merseburg.de

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